Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung. Wenn Weisheitszahnschmerzen mit Fieber, Gesichtsschwellung, Eiter oder unangenehmem Geschmack, eingeschränkter Mundöffnung oder Schluck- bzw. Atembeschwerden einhergehen, sollten Sie umgehend medizinische Hilfe suchen.
30-Sekunden-Check: nur Schmerzen oder schon dringend?
- Nur leichte Schmerzen: Druckgefühl, Zahnfleischreizung oder Schmerzen beim Kauen ohne Schwellung oder Fieber sprechen meist eher für einen Zahnarzttermin als für einen Notfall.
- Schmerzen an einem teilweise durchgebrochenen Weisheitszahn: Unter dem Zahnfleisch kann sich leicht etwas festsetzen, was Reizung oder Entzündung auslösen kann.
- Schwellung, Eiter, unangenehmer Geschmack oder Fieber: Das sind Warnzeichen für eine mögliche Infektion und sollten noch am selben Tag zahnärztlich abgeklärt werden.
- Probleme beim Öffnen des Mundes, Schlucken oder Atmen: Dann handelt es sich um eine deutlich ernstere Situation und Sie sollten sofort Hilfe suchen.
Was verursacht Weisheitszahnschmerzen?
Weisheitszähne sind die letzten Backenzähne, die durchbrechen, und oft fehlt im Kiefer einfach der Platz. Wenn ein Weisheitszahn nur teilweise durchkommt, im Kiefer stecken bleibt, schwer zu reinigen ist oder gegen umliegendes Gewebe drückt, kann das Schmerzen verursachen. Häufig ist nicht nur der Zahn selbst das Problem, sondern das entzündete Zahnfleisch darum herum, vor allem dann, wenn sich unter einem kleinen Zahnfleischlappen Speisereste und Bakterien ansammeln.
Dadurch kann eine Perikoronitis entstehen, also eine Entzündung oder Infektion rund um einen teilweise durchgebrochenen Weisheitszahn. Weitere Ursachen sind Karies, Druck auf den benachbarten Backenzahn, eine Zahnfleischentzündung, festgesetzte Speisereste oder ein tieferer Zahnabszess.
7 häufige Ursachen für Weisheitszahnschmerzen
Der Zahn kommt nur teilweise heraus, die Stelle ist schwer sauber zu halten und wird schnell empfindlich oder entzündet.
Unter dem Zahnfleischlappen sammeln sich Bakterien und Speisereste, was Schwellung, unangenehmen Geschmack oder eine Infektion verursachen kann.
Ein im Kiefer feststeckender Weisheitszahn kann auf Knochen, Zahnfleisch oder den Nachbarzahn drücken und dadurch Schmerzen auslösen.
Weisheitszähne sind schwerer zu reinigen, deshalb können dort leichter Löcher entstehen, die anhaltende Beschwerden verursachen.
Gerötetes, geschwollenes oder blutendes Zahnfleisch im hinteren Mundbereich kann Kauen unangenehm machen und einen schlechten Geschmack hinterlassen.
Wenn der Weisheitszahn schräg wächst, kann er den davorliegenden Backenzahn reizen oder schädigen.
Eine stärkere Infektion kann pochende Schmerzen, Schwellung, Eiter, Fieber und ausstrahlende Schmerzen in Kiefer oder Gesicht verursachen.
Warnzeichen, die Sie nicht ignorieren sollten
Nicht jeder schmerzende Weisheitszahn ist infiziert. Wenn jedoch Schwellung, Eiter, Fieber oder eine eingeschränkte Mundöffnung dazukommen, sollte die Situation schneller abgeklärt werden. Diese Beschwerden sind klare Gründe, zeitnah einen Zahnarzt zu kontaktieren:
Sichtbare Schwellung ist meist ein Zeichen dafür, dass die Entzündung zunimmt.
Sekret oder Eiter in diesem Bereich spricht häufig für eine Infektion.
Schmerzen zusammen mit Fieber sollten immer ernst genommen werden.
Eine zunehmende Kiefersperre oder eingeschränkte Mundöffnung kann auf stärkere Schwellung hinweisen.
Wenn die Beschwerden innerhalb von 24 bis 48 Stunden zunehmen, brauchen Sie eine Untersuchung.
Das kann passieren, wenn sich die Schwellung auf umliegendes Gewebe ausbreitet.
Die Schmerzen können größer wirken als das eigentliche Problem am Zahn selbst.
Wann Sie sofort medizinische Hilfe brauchen
Ein schmerzender Weisheitszahn wird dann zum echten Notfall, wenn sich Schwellung oder Infektion über den eigentlichen Zahnbereich hinaus ausbreiten. Warten Sie nicht ab, wenn eines der folgenden Zeichen auftritt:
Suchen Sie sofort Hilfe, wenn Sie Folgendes bemerken:
- Schluckbeschwerden oder Atemnot
- Schnell zunehmende Schwellung an Wange, Kiefer, Hals oder Rachen
- Starke Gesichtsschwellung zusammen mit Fieber
- Schwellung, die das Sprechen oder Öffnen des Mundes deutlich erschwert
- Starke Schmerzen zusammen mit Eiter oder Anzeichen einer sich ausbreitenden Infektion
Als grobe Orientierung gilt: Schmerzen allein bedeuten meist, dass Sie zeitnah zum Zahnarzt sollten. Schmerzen zusammen mit Schwellung oder Fieber sprechen oft für einen dringenden zahnärztlichen Fall. Wenn Atmen oder Schlucken schwierig wird, handelt es sich um einen medizinischen Notfall.
Was Sie tun können, bis Sie untersucht werden
Wenn keine akuten Notfallzeichen vorliegen, können diese Maßnahmen helfen, die Stelle vorübergehend zu beruhigen, bis Sie Ihren Termin haben:
Das kann helfen, den Bereich sauber zu halten und das gereizte Zahnfleisch etwas zu beruhigen.
Harte oder knusprige Lebensmittel können die Schmerzen verstärken.
Wählen Sie Speisen, die kaum Kauen erfordern, solange die Stelle empfindlich ist.
Halten Sie sich an die Packungsbeilage oder an den Rat von Apotheke bzw. Arzt.
Nicht unter dem Zahnfleisch herumstochern, aber die restlichen Zähne weiterhin gründlich putzen.
Das reizt das Gewebe und beseitigt die Ursache nicht.
Sobald eine Infektion im Spiel ist, wird es mit der Zeit meist eher schlimmer als besser.
Ein schmerzender Weisheitszahn kann sich vorübergehend wieder beruhigen, aber wiederkehrende Beschwerden bedeuten meist, dass das eigentliche Problem bestehen bleibt. Wenn dieselbe Stelle immer wieder anschwillt, Speisereste festhält oder erneut schmerzt, sollte sie professionell untersucht werden.
Wie der Zahnarzt Weisheitszahnschmerzen abklärt und behandelt
- Klinische Untersuchung: Dabei wird geprüft, ob Schwellung, Zahnfleischreizung, Eiter, Speisereste oder eine eingeschränkte Mundöffnung vorliegen.
- Röntgenaufnahme: So lässt sich erkennen, ob der Zahn verlagert ist, schräg liegt, kariös ist oder den Nachbarzahn beeinträchtigt.
- Reinigung oder Spülung des Bereichs: Wenn sich unter dem Zahnfleischlappen etwas festsetzt, kann eine professionelle Reinigung nötig sein.
- Medikamente bei Bedarf: Schmerztherapie und in manchen Fällen Antibiotika, wenn klare Infektionszeichen vorliegen.
- Planung der Entfernung: Wenn der Zahn immer wieder Entzündungen, Karies, Schwellung oder Druck verursacht, ist die Entfernung oft die sinnvollste langfristige Lösung.
Wann Sie noch am selben Tag zum Zahnarzt sollten
Warten Sie nicht auf einen normalen Kontrolltermin, wenn eines der folgenden Zeichen auftritt:
- Die Schmerzen bestehen länger als 2 Tage oder kommen immer wieder
- Sie haben eine Schwellung am Zahnfleisch, an der Wange oder am Kiefer
- Es gibt Eiter, unangenehmen Geschmack oder Sekret in der Nähe des Zahns
- Sie haben Fieber oder fühlen sich deutlich abgeschlagen
- Sie können den Mund nicht normal öffnen oder das Kauen wird zunehmend schwieriger
- Die Schmerzen stören den Schlaf oder Ihren Alltag deutlich
Einen Termin können Sie über Kontakt / Termin vereinbaren.
Kurze Zusammenfassung
- Weisheitszahnschmerzen sind nicht immer ein Notfall, sollten aber nicht ignoriert werden, wenn sie wiederkehren.
- Schwellung, Fieber, Eiter, unangenehmer Geschmack oder eingeschränkte Mundöffnung sprechen meist für einen dringenden zahnärztlichen Fall.
- Schluckbeschwerden oder Atemnot machen die Situation zu einem medizinischen Notfall.
- Vorübergehende Maßnahmen können helfen, aber häufig muss die Ursache zahnärztlich behandelt und manchmal auch der Weisheitszahn entfernt werden.
